Hannes Ossenkopp
Der Name Hannes Ossenkopp ist für unser Hotel und Restaurant ein Phantasiename.
Ins Hochdeutsche übertragen bedeutet er so viel wie Hans Ochsenkopf.
Hans ist die Kurzform des biblischen Namens Johannes und heißt „Gott ist gnädig“.
Um den Ossenkopp in Mecklenburger Mundart zu verstehen, muss man das Gemüht der Norddeutschen, aber wahrscheinlich eher der Niedersachsen, verstehen. Auch wir im Norden haben manchmal unseren Dickkopf und der wird hier mit dem Ochsenkopf gleichgesetzt. Aber das soll nicht heißen, dass die Mecklenburger alle Dickköpfe sind. Vielmehr spiegelt der Name die Bauernschläue, Ruhe und Gelassenheit dar, mit der wir Norddeutschen uns bewegen, sowie Probleme und den Alltag zu meistern versuchen.
Kurioserweise kommt der Name im Mecklenburg gar nicht so häufig vor, sondern vorwiegend in Niedersachsen. Häufungen gibt es im Raum Lüneburg, Harburg, Hannover und Hildesheim.
In der jüngeren Geschichte Mecklenburgs ist der Name aber auch bekannt über die „Plappermöhl“ eine regelmäßige Sendung von NDR 1 Radio M-V und hat ihren Ursprung noch aus dem DDR Rundfunk im Jahre 1983, wo sie in der Dabelner Mühle „Am roten Strumpf“ ihren Ursprung hatte.
Einer der aktiven der Plappermöhl war Rainer Koch, besser bekannt als „Hannes Ossenkopp“ der auch schon viele Veranstaltungen in unserem Hause durchgeführt hat.
Geschichte des Hauses
1850 bis 1990

Das Haus wurde im Jahre 1850 für die landwirtschaftliche Nutzung gebaut und gehörte über viele Jahre zum Anwesen der Familie Beckmann in Dümmer.
Neben dem heutigen Hotelgebäude befand sich ein Göppelantrieb, der über eine zentrale Transmission die
Maschinen in der Scheune antrieb, die noch bis in die 60-iger Jahre des vorigen Jahrhunderts betrieben wurde, dann aber im Zuge der Bodenreform und nach der Kollektivierung der Landwirtschaft außer
Betrieb genommen wurde. Das Metall musste aus dem Antrieb und den Maschinen musste für die Wiederverwertung abgeliefert werden.
Auf der Scheune haben noch in den 80-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Storchenpaare genistet. Auf dem Foto kann man sehr gut 8 Storche sitzen sehen.
Die Misswirtschaft zu DDR-Zeiten und die große Materialknappheit führten dazu bei, dass die Gebäude mehr und mehr verkamen und die Nutzung nicht mehr möglich war.
Der große Sturm am 12.11.1992
Am 12.11.1992 wurden dann beide Gebäude bei einem großen Sturm vollständig vernichtet. Siehe auch die Bildergalerie der Gebäude vom 26.11.1992.
Die Ruinen musste abgerissen werden. Es waren nur noch die alten Fundamente nutzbar, auf denen die
heutigen Gebäude stehen.
Die Zeit von 1993 bis 1998
Grundsteinlegung am 18.06.1993
Am 18.06.1993 fand die Grundsteinlegung für das heutige Hotelgebäude statt. Das Haus wurde aber erst 1996 fertiggestellt und 1997 als Gastronomiebetrieb übergeben. Die Veranstaltungsscheune wurde im Jahre 2000 wieder aufgebaut. Und zunächst nur als Unterstellscheune und für gelegentliche dörfliche Veranstaltungen genutzt. Erst nach einigen Umbauarbeiten erhielt sie im Jahre 2009 die dauerhafte Genehmigung für den Gastronomiebetrieb. Damit war der Grundstein gelegt heute größere Feiern, Tanz, Repräsentationen, Seminare und Konferenzen durchführen zu können.
rechts das Hotel - im Bildmittelpunkt das Wohn- und Geschäftsgebäude - oben links der Weg aus dem Bild rausführend der Weg zum See
Die Zeit von 1998 bis 2009
Der erste Betreiber war der Bauherr selbst, der den Betrieb über einen angestellten Geschäftsführer abwickelte. Dieser führte eine Reihe von Veranstaltungen des mecklenburgischen Brauchtums durch und war selbst einige Zeit Mitglied des im Hause ansässigen Vereins "Freunde des Ossenkopp e.V.". Zusätzlich brachte er die Drachenbootfreunde auf den Dümmer See.
Leider führten aber fehlende betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Interessenkonflikte zwischen Eigentümer und Geschäftsführer schnell zu einer ersten Schließung des Objektes.
Der Eigentümer bemühte sich daher das Objekt zu verpachten. Ein neuer Pächter kam aus Hamburg und war eher etwas scheu gegenüber der heimischen Kundschaft. Mit schlechten Parolen und dem Nutzungsende des Brauchtumsvereins der "Freunde des Ossenkopp e.V." machte er sich keinen guten Namen in der Gegend. Letztlich wurden ihm aber der Neubau der Zuwegungen in Dümmer, die dringend vollflächig saniert werden mussten und das Hotel von der Außenwelt Abschnitt, zum Verhängnis.
Das führte zur Beendigung des Pachtverhältnisses zwischen Eigentümer und Pächter.
Ein weiterer Pächter übernahm dann das Haus und nachdem er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Gastronomie tätig sein konnte, seine damalige Frau. Zu diesem Zeitpunkt liefen bereits einige Sachen aus dem Ruder.
Die grundsätzlich guten Angebote wurden in einer schlechten Qualität und überteuert an den Mann/die Frau gebracht und unterschieden sich auch nicht zu den Angeboten der Mitbewerbern.
Es fehlte schlicht das Alleinstellungmerkmal dieses wunderschönen Anwesens. In dieser Phase wurde das Haus wegen fehlender Eigeninitiativen in einen erbärmlichen Zustand heruntergewirtschaftet. Mancher Gast erlebte herbe Entäuschungen. Es mangelte an Angeboten und Ideen und das Haus konnte und wurde nicht mehr der Zeit angepasst geführt. Zusätzlich bestand großer Investitionsstau, was viele Kunden abschreckte.
Es folgte was kommen musste, am 04.01.2010 schloss das Haus für lange Zeit seine Pforten. Ein Reinigungskommando führte noch eine Grundreinigung durch und der Eigentümer versuchte das Objekt zu "konservieren". Ein Verpachten kam nach den vielen Pannen aus verständlichen Gründen nicht mehr in Frage. Der Eigentümer entschloss sich somit einen Käufer zu finden und das Haus in neue Hände zu übergeben.
Der Neubeginn im Jahre 2011
Die Umsetzung dieses Prozesses war allerdings schwieriger als gedacht. Trotz eines angepassten Kaufpreises sollten noch anderthalb Jahre Stillstand ins Land gehen, bis sich der neue Käufer fand.
Der Name des Hauses „Hannes Ossenkopp" soll trotz des schlechten Rufes aus der Vergangenheit beibehalten werden, weil es sich um ein historisches Synonym aus der "Griesen Gegend" handelt und Sinnbild des verschlagenen, witzreichen einfachen aber zugleich auch nicht auf den Kopf gefallenen typischen Mecklenburgers war und ist.
Derzeit wird das gesamte Objekt aufgearbeitet, renoviert und saniert.
Nach einer ersten Pflege des vollständigen Außenbereiches ging es über zur Sanierung der Bäder in den Hoteletagen. Heute sind alle Bäder nach ökologischen Gesichtspunkten frisch saniert. Der Hotelbereich wurde von 24 auf jetzt 34 Betten aufgestockt. Damit einher gingen in den vergangenen Wochen umfangreiche Reinigungs- und Wartungsarbeiten an allen Fenstern, Türen und im gesamten Innen- und Außenbereich des Hauses. Die komplette Be- und Entlüftungsanlage wurde aufwändig wieder in Gang gebracht und vor allem gereinigt.
Das gehobene Mobiliar auf den Hotelzimmern wurde vollständig restauriert und neu lackiert. Die E-Anlage repariert.
Die Bowlingbahnen wurden gemeinsam durch Verkäufer und Käufer wieder auf Vordermann gebracht und entsprechen heute wieder den vorgeschriebenen Standards. Neue Technik und einen Generalüberholung der mechanischen und elektrischen Anlagen warten auf die Spieler. Das neue zeitgemäße Sitzmobiliar für die Anlagen ist bestellt und muss nach der Anlieferung nur noch aufgestellt werden.
Alle beweglichen und festen Inventarbestandteile des Restaurants werden gegenwärtig aufwändig restauriert. Hierzu erfolgen auch kleinere Umbauten. Es wird künftig neben den 60 Plätzen im Restaurant auch eine Raucherlounge mit 18 gemütlichen Sitzplätzen geben.
Das Restaurant wird neue Stühle, einen neuen Tresen mit vier Zapfstellen und für unsere vielen Spezialitäten im Tee-, Kakao- und Kaffeebereich einen neuen Vollautomaten erhalten und natürlich an ein modernes Kassen- und Datenverarbeitungssystem angeschlossen werden. Künftig können Sie viele Angebote des Hauses auch online buchen.
Die Scheune bekommt eine neue Küche und einen neuen Tresen. Dort kommen dann auch neue Tische und Stühle hinein, so dass man dem Anlass gemäß vernünftig sitzen kann und nicht mehr auf Biertischgarnituren angewiesen ist.
Zusätzliche Schallschutzmaßnahmen und der Einbau eines Bullerjahns sollen für eine entspannte und gemütlich-warme Atmosphäre sorgen. Zum Nachbargrundstück soll eine Schallschutzwand gebaut werden.
Natürlich werden auch viele Kleinigkeiten erneuert. Das geht bei neuem Besteck, Gläsern und Porzellan los und hört bei vielen technischen Erneuerungen in rückwertigen Bereich auf.
Wir hoffen noch in diesem Jahr mit einem gänzlich umgestalten und neu eingerichtetem Haus starten zu können und freuen uns auf unsere neuen und alten Kunden.
Und natürlich und ganz wichtig ist uns unsere neue Ausrichtung, da wir sehr viel Wert auf gesunde Ernährung legen und damit zeitgemäß auf den Markt reagieren wollen. In diesem Zusammenhang werden vorwiegend BIO Produkte verwendet und diese, soweit das möglich ist, von Erzeugern aus der Region. Natürlich können wir in Mecklenburg keinen Kaffee, Kakao und Tee anbauen, geschweige denn ernten. Deshalb sind wir auch auf Erzeuger aus der „Dritten Welt“ angewiesen. Hier verpflichten wir uns ausschlißlich BIO Produkte aus fairem Handel zu beziehen und haben uns den hohen Standards und Auflagen des FAIRTRADE Labels angeschlossen.
Fast Food ist nicht unser Ding und deshalb schwenken wir vollständig auf Slow Food um und sind Unterstützer der Vereinigung.
Darüber hinaus verwenden wir in unserem Angebot an Fisch und Meeresfrüchten soweit möglich Erzeugnisse von
Produzenten und Händlern die ihre Produkte unter dem Marine Stewardship Concil (MSC) - Fisch und Meeresfrüchte aus zertifiziert nachhaltiger Produktion - produzieren und anbieten. Dieses bisher nur
für den überwiegenden Teil von Meeresfischen und -Früchten. Bei Binnenfischen gibt es das Siegel leider noch nicht, so dass wir uns auf unsere Partner in Punkto Umwelt- und Naturschutz und
weidgerechtes fangen und verarbeiten verlassen müssen.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Unterstützern für den Neubeginn bedanken und wünsche uns einen
hoffentlich reibungslosen Start zum Jahresende.
Hotel und Restaurant "Hannes Ossenkopp" und der "Naschkaten"
